21. September 2026 / Energieerzeugung

Grünes Licht für Altholz-Heizkraftwerk in Nürnberg-Sandreuth

Die N‑ERGIE hat die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) für den Bau und Betrieb ihres neuen Altholz-Heizkraftwerks am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten.

Damit kann der Bau eines weiteren wichtigen Projekts für die zukünftige Wärmeversorgung in Nürnberg starten. Auf der Fläche der ehemaligen Kohlesilos entsteht in den kommenden Jahren eine moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Sie nutzt Altholz, das nicht mehr recycelt werden kann, zur Erzeugung von Strom und Fernwärme.

„Das Altholz-Heizkraftwerk ist ein weiterer zentraler Baustein für die Dekarbonisierung unserer Fernwärme-Erzeugung. Wir nutzen dabei einen bereits vorhandenen Rohstoff sinnvoll weiter, reduzieren gleichzeitig den Einsatz fossiler Brennstoffe und verbessern die Gesamteffizienz unseres Kraftwerkparks“, sagt Maik Render, Vorstandssprecher der N‑ERGIE. „Die Genehmigung ist der erfolgreiche Abschluss ei-nes intensiven Planungs- und Genehmigungsprozesses, an dem wir seit 2018 gear-beitet haben.“

So geht es weiter

Aktuell laufen bereits vorbereitende Baumaßnahmen. Dazu gehört unter anderem der Rückbau bestehender Fundamente, die Errichtung einer Bohrpfahlwand sowie umfangreiche Erdarbeiten für die späteren Bauwerke. Der Rohbau der neuen Anlage beginnt anschließend. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 geplant.

Hochmoderne Anlage mit hohen Umweltstandards

Errichtet werden eine Halle für die Anlieferung des Altholzes per Bahn und LKW, Silos zur Lagerung sowie die Anlagen zur Energieerzeugung und Rauchgasreinigung.

Im Mittelpunkt der Anlage steht ein Altholz-Kessel mit effizienter Rauchgasreinigung. Das neue Heizkraftwerk unterliegt den sehr strengen Anforderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Die hochmoderne Rauchgasreinigung sorgt dafür, dass die gesetzlichen Grenzwerte sicher unterschritten werden.

Verwertet wird ausschließlich Altholz, das nicht mehr stofflich verwertet werden kann. Das eingesetzte Altholz stammt ausschließlich von zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben und wird im Einklang mit den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes erfasst, aufbereitet und bereitgestellt. Die Anlage nutzt mit Hilfe einer Absorptions-Wärmepumpe zusätzlich die Wärme aus den Rauchgasen und gewinnt so besonders viel Energie aus dem eingesetzten Brennstoff. Dadurch steigt der Brennstoffausnutzungsgrad auf bis zu 98,4 Prozent.

Für die Fernwärme-Versorgung stehen bis zu 40 Megawatt thermische Leistung aus Kessel und Wärmepumpe zur Verfügung, die maximale elektrische Leistung liegt bei 10 Megawatt.

Wärmewende in Nürnberg

Schon heute stammen mehr als 30 Prozent der Nürnberger Fernwärme aus nicht-fossilen Energiequellen. Bereits im Jahr 2005 hat sich die N‑ERGIE von der Kohle verabschiedet und damit früh die Weichen für eine zukunftsfähige Wärme- und Stromerzeugung gestellt. Seit 2012 ergänzt das Biomasse-Heizkraftwerk den Standort. Das Gas- und Dampfkraftwerk verfügt seit 2022 über zwei neue Turbinen, die bereit für den Energieträger Wasserstoff sind.