14. Oktober 2026 / Energieerzeugung

Erdwärme Franken: N‑ERGIE startet Seismik-Messungen im November

Die N‑ERGIE bereitet den nächsten wichtigen Schritt ihres Projekts „Erdwärme Franken“ vor: Voraussichtlich am 9. November 2026 beginnen in und um Nürnberg 2D-Seismik-Messungen.

Mit Hilfe spezieller Messfahrzeuge, sogenannter Vibro-Trucks, untersucht die N‑ERGIE den Untergrund, um die Voraussetzungen für eine mögliche Nutzung von Tiefengeothermie zu erkunden. Die Nutzung von Erdwärme könnte einen Beitrag leisten für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung mit weniger fossilen Energieträgern und mehr Unabhängigkeit von Energie-Importen.

Blick in mehrere Kilometer Tiefe

Geplant ist, die Messungen mit zwei Teams à drei Vibro-Trucks des erfahrenen Geophysik-Unternehmens Geofizyka Toruń S.A. durchzuführen. Die Untersuchungen dauern circa vier Wochen und finden voraussichtlich montags bis samstags zwischen 6 und 22 Uhr statt.

Es sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Diese führen durch die Stadt Nürnberg, die Stadt Fürth sowie einzelne Orte in angrenzenden Landkreisen. Dazu zählen Feucht (Landkreis Nürnberger Land), Oberasbach, Stein und Zirndorf (Landkreis Fürth), Schwanstetten, Wendelstein und Rohr (Landkreis Roth) sowie Teile des Landkreises Erlangen-Höchstadt (gemeindefreie Gebiete Neunhofer Forst und Kraftshofer Forst).

Der Vorteil für die Kommunen in diesem Bereich: Die gesammelten Daten können einen Mehrwert für ihre eigene kommunale Wärmeplanung liefern.

So laufen die Messungen ab

Die sogenannte 2D-Seismik ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Verfahren zur Untersuchung des Untergrunds. Die Messmethode ist auch für den Einsatz in bebauten bzw. urbanen Bereichen geeignet und wurde bereits bei zahlreichen Messungen in deutschen Städten sowie weltweit eingesetzt.

Die Spezialfahrzeuge fahren die festgelegten Messrouten mit kurzen Stopps ab. Dabei erzeugen die Vibro-Trucks kurze, kontrollierte Schallwellen, die in den Untergrund geschickt werden. Die unterschiedlichen Gesteinsschichten reflektieren diese Wellen, die von kleinen gelben Messgeräten an der Oberfläche, sogenannten Geophonen, aufgezeichnet werden. Aus den Daten entsteht ein detailliertes Bild des Untergrunds. Damit können Fachleute analysieren, ob sich die geologische Struktur für die Nutzung von Erdwärme eignet.

Abstimmung mit Behörden und Information der Bevölkerung

Die N‑ERGIE stimmt die Untersuchungen eng mit allen zuständigen Behörden, Kommunen und weiteren Trägern öffentlicher Belange ab. Parallel dazu werden die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Messrouten frühzeitig informiert. Bereits seit mehreren Monaten sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des von der N‑ERGIE beauftragten Unternehmens GEOPS GmbH im Untersuchungsgebiet unterwegs. Sie holen alle erforderlichen Zustimmungen und Wegerechte ein, bevor Straßen und Wege befahren oder Grundstücke zum Auslegen von Geophonen betreten werden. Zudem stellt die N‑ERGIE auf der Projektseite www.erdwaerme-franken.de eine Übersichtskarte bereit. Dort finden Interessierte auch Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Messungen.

Warum untersucht die N‑ERGIE den Untergrund?

Die N‑ERGIE arbeitet daran, die Wärmeversorgung in Nürnberg für die kommenden Jahrzehnte weiterzuentwickeln. Neben dem Ausbau der Fernwärme setzt das Unternehmen auf weitere Bausteine der Wärmewende, darunter eine Großwärmepumpe im Klärwerk 1, ein Altholz-Heizkraftwerk in Nürnberg-Sandreuth und die Prüfung des Potenzials von Tiefengeothermie.

Erdwärme könnte als regionale Energiequelle unabhängig von Tageszeit und Wetter einen Beitrag zur zukünftigen Wärmeversorgung leisten und dabei helfen, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt, darunter gravimetrische Messungen aus der Luft. Die nun geplanten Untersuchungen liefern weitere wichtige Informationen über die geologischen Strukturen im Untergrund und sind Voraussetzung für die Entscheidung über mögliche weitere Projektschritte.