Spatenstich für innovatives Heizkraftwerk der N‑ERGIE im Nürnberger Südwesten
Mit dem offiziellen Spatenstich am 9. Juni 2026 hat der Bau eines neuen, innovativen Heizkraftwerks südlich der Rothenburger Straße in Nürnberg begonnen.
Das Projekt der N‑ERGIE ist ein zentraler Bestandteil der Wärmewende – das neue Heizkraftwerk soll künftig sowohl den neuen Stadtteil „Tiefes Feld“ als auch Teile des bestehenden Nürnberger Fernwärmenetzes zuverlässig mit Wärme versorgen.
Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König betonte beim Spatenstich die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung und Klimastrategie: „Mit dem neuen Heizkraftwerk schaffen wir die Grundlage dafür, dass unser neues Quartier Tiefes Feld und große Teile Nürnbergs künftig sicher, effizient und zunehmend klimaneutral mit Wärme versorgt werden. Das ist ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Stadtentwicklung und für die Lebensqualität in unserer Stadt.“
„Dieses Heizkraftwerk ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Dekarbonisierung der Fernwärme. Mit der Kombination aus hocheffizienten Blockheizkraftwerken, Großwärmepumpe, Pufferspeicher und Elektroheizern schaffen wir ein flexibles System, das heute schon effizient arbeitet und zugleich bereit für die Zukunft mit Wasserstoff ist“, sagte Maik Render, Vorstandssprecher der N‑ERGIE.
„Dieses Projekt zeigt, wie moderne Kraft-Wärme-Kopplung heute gedacht wird: flexibel, effizient und wasserstofffähig. Wir freuen uns, dieses zukunftssichere Energiesystem gemeinsam mit der N‑ERGIE als Generalunternehmer zu realisieren und so aktiv zur nachhaltigen Wärmeversorgung der Region beizutragen“, sagte Florian Stöger, Mitglied des Vorstands der Kraftanlagen Energies & Services SE.
Was ist das Besondere an einem innovativen Heizkraftwerk?
Das neue Heizkraftwerk, das unterhalb der Rothenburger Straße zwischen Herbststraße und Uffenheimer Straße errichtet wird, ist als innovatives Kraft-Wärme-Kopplungssystem (iKWK) ausgelegt. Das Hybridkraftwerk, das gleichzeitig Strom und Wärme liefern wird, kombiniert mehrere Anlagenteile:
- eine hocheffiziente KWK-Anlage mit zwei erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerken (2x4,5 MW elektrisch und 2x4,7 MW thermisch), die perspektivisch auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellt werden können,
- eine Großwärmepumpe (rund 4,6 MW thermische Leistung), die die Umgebungsluft als erneuerbare Wärmequelle nutzt,
- ein Pufferspeicher (Volumen: rund 360 m³), der für eine ausreichende Flexibilität und Auslastung des Betriebs sorgt.
Darüber hinaus kommen die beiden bestehenden Elektroheizer (2x25 MW elektrisch) zum Einsatz, die bereits im Heizkraftwerk Sandreuth verbaut sind.
Die Grundlast für die Wärmeversorgung wird über die Luft-Wärmepumpe sowie perspektivisch grüne Wärme aus dem Verbundnetz (zum Beispiel Großwärmepumpe im Klärwerk oder Erdwärme) bereitgestellt. In der Bedarfsspitze während der Heizperiode bzw. über den Winter laufen die Blockheizkraftwerke (BHKW) flexibel mit. Neben der gesicherten Stromerzeugung durch die BHKW wird die entstehende Abwärme mit ins Fernwärmesystem eingespeist.
Durch diese Systemintegration entsteht ein besonders flexibles, emissionsarmes und hocheffizientes Gesamtsystem, das künftig einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Fernwärmeerzeugung in Nürnberg leisten wird.
In den Neubau des Heizkraftwerks investiert die N‑ERGIE rund 52 Mio. Euro. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant.
Fernwärme für den neuen Stadtteil „Tiefes Feld“
Neben der großen Bedeutung für das Bestandsnetz ist das neue Heizkraftwerk eng mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Tiefes Feld“ verbunden. Um das „Tiefe Feld“ an das vorhandene Fernwärmenetz anschließen zu können, verlegt die N‑ERGIE seit 2023 neue Fernwärmerohre auf einer Länge von insgesamt rund 2.400 Metern. Die Arbeiten starteten an der Henry-Dunant-Schule, von dort verlaufen die neuen Leitungen entlang der Erasmus- und Elsa-Brandström-Straße und Teilen der Rothenburger Straße. Im letzten Bauabschnitt, der 2025 begann, führt die Verlegung über die Züricher Straße und Appenzeller Straße bis zum neuen Quartier.
Im neuen Stadtteil entstehen bis 2030 rund 2.000 Wohnungen für etwa 4.000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie eine umfassende soziale Infrastruktur mit Gymnasium, Grundschule, Kindertagesstätten und einem großen Landschaftspark. Die neue U-Bahn-Haltestelle Kleinreuth der Linie U3 wird das Quartier optimal an das Stadtgebiet anbinden.
Mehr unter www.n-ergie.de/waermewende.
Einschränkungen während der Bauarbeiten
Während der Bauarbeiten kommt es bis Mitte 2028 vor allem im Bereich der Appenzeller Straße und der Herbststraße zu Behinderungen, Absperrungen und Umleitungen auf Geh- und Radwegen sowie im Fahrbahnbereich. Die Verkehrsregelungen sind entsprechend ausgeschildert. Die Parkmöglichkeiten im Baustellenbereich sind stark eingeschränkt. Die Zugänge zu den Häusern und Einfahrten sowie zum Friedhof Großreuth werden sichergestellt. Darüber hinaus kann es aufgrund des Baustellenverkehrs tagsüber zu Wartezeiten im gesamten Baustellenbereich kommen. Die N‑ERGIE bittet alle Anwohner*innen und Verkehrsteilnehmer*innen um Verständnis.
Aktuelle Informationen zur Baustelle unter www.fernwaerme.n-ergie.de/baustellen