Weiterer Speicher macht Heizkraftwerk der N‑ERGIE noch flexibler
Die N‑ERGIE hat mit dem Bau eines weiteren Speichers auf ihrem Kraftwerksgelände in Nürnberg-Sandreuth begonnen.
Ziel des Projekts ist, die Strom- und Wärmeerzeugung weiter zu flexibilisieren, um das Heizkraftwerk auch in Zukunft zuverlässig und gleichzeitig wirtschaftlich betreiben zu können. Die Inbetriebnahme des Kraftwerksspeichers ist für Mitte 2027 geplant.
„Die Energieerzeugung in Sandreuth spielt auf unserem Weg in die Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. Ich freue mich, dass wir mit dem neuen Speicher einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundliche Stadt gehen – zuverlässige Energieversorgung für alle Nürnbergerinnen und Nürnberger“, betont Oberbürgermeister Marcus König beim symbolischen Baustart am Donnerstag, 3. September 2026.
Synergien vor Ort nutzen, Herausforderungen meistern
Maik Render, Vorstandssprecher der N‑ERGIE, erläutert: „Mit dem Kraftwerksspeicher fügen wir unserem Zielbild der zukünftigen Strom- und Wärmerzeugung in Sandreuth ein wichtiges Puzzlestück hinzu.“ Zusätzlich zum bereits seit 2014 bestehenden Wärmespeicher macht die neue Batterieanlage den Betrieb noch flexibler, insbesondere im Hinblick auf die Verwertung des Dampfes aus der benachbarten Müllverbrennungsanlage der Stadt Nürnberg.
Hinzu komme, so Maik Render weiter, die zunehmende Volatilität durch den weiter steigenden Anteil erneuerbarer Erzeugung verbunden mit starken Strompreisschwankungen: „Der Kraftwerksspeicher nutzt Synergien vor Ort und sorgt unter herausfordernden Bedingungen für Systemstabilität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.“
Den Zuschlag für das Projekt hat der Speicher-Spezialist TRICERA energy GmbH mit Sitz in Dresden bekommen. Geschäftsführer Lars Fallant: „Die Integration von Batteriespeichersystemen in bestehende Kraftwerksstandorte zählt zu den anspruchsvollsten Anwendungen der Energiewende. Wir verfügen bei TRICERA energy über das notwendige Know-how, um auch komplexe Anforderungen zuverlässig umzusetzen. Ein besonderer Vorteil ist unsere vollständig in Deutschland entwickelte Inhouse-Software. Dadurch haben wir direkten Zugriff auf alle sicherheitsrelevanten Funktionen und können höchste Anforderungen an Cybersecurity, Betriebssicherheit und KRITIS-Konformität erfüllen. Wir freuen uns, diese Erfahrung und Expertise gemeinsam mit der N‑ERGIE in Sandreuth unter Beweis zu stellen.“
Die Speicheranlage besteht aus sieben Batterie-Containern und wird auf einer rund 1.000 Quadratmeter großen Fläche auf dem Betriebsgelände Sandreuth errichtet. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 30 Megawattstunden (MWh) und eine Leistung von 15 Megawatt (MW).
N‑ERGIE seit über 20 Jahren kohlefrei – weitere Schritte auf dem Klimapfad
Aktuell stammen über 30 Prozent der Nürnberger Fernwärme aus nicht-fossilen Brennstoffen. Bereits im Jahr 2005 hat sich die N‑ERGIE von der Kohle als Energieträger verabschiedet – der Startpunkt für die klimafreundliche Wärme- und Stromerzeugung im Heizkraftwerk Sandreuth. Das Biomasse-Heizkraftwerk ist seit 2012 in Betrieb. Die N‑ERGIE arbeitet daran, die Fernwärme-Erzeugung schrittweise weiter CO₂-neutral zu gestalten. Wichtige Bausteine sind dabei der Einsatz von Großwärmepumpen, (industrieller) Abwärme, ein Altholz-Heizkraftwerk sowie die Nutzung von Erdwärme oder Wasserstoff.