Erdgas sicher zwischenspeichern mit der N‑ERGIE

Die N‑ERGIE bietet Kunden die Möglichkeit, Erdgas für einen individuell festgelegten Zeitraum sicher zwischenzuspeichern. Dafür steht der 59 Millionen Kubikmeter große Erdgasuntertagespeicher Eschenfelden zur Verfügung. Den Zugang zum Erdgasuntertagespeicher gewähren wir entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des § 28 EnWG und unter Wahrung folgender Prinzipien:

Transparenz

Die N‑ERGIE ermöglicht es Speicherkunden, sich über die Voraussetzungen und Bedingungen des Speicherzugangs vorab bei der N‑ERGIE zu erkundigen.

Diskriminierungsfreiheit

Die N‑ERGIE handelt diskriminierungsfrei und behandelt alle Kunden gleich.

Wettbewerbsfähigkeit

Die N‑ERGIE stellt durch die Marktorientiertheit ihrer Preisstruktur wettbewerbsfähige Konditionen sicher.

Der Speicherzugang richtet sich nach der verfügbaren Speicherkapazität des Untertagespeichers der N‑ERGIE.

Die N‑ERGIE bietet die Speicherung an, soweit entsprechende Volumina zur Verfügung stehen und der Zugang möglich und zumutbar ist.

Der Erdgasuntertagespeicher befindet sich im Ortsteil Eschenfelden der Gemeinde Hirschbach im Marktgebiet NetConnect Germany. Der Porenspeicher liegt ca. 500 bis 600 Meter unter der Erdoberfläche und wird grundsätzlich für einen saisonalen Speicherbetrieb verwendet. Die N‑ERGIE betreibt den Untertagespeicher gemeinsam mit der Uniper Energy Storage GmbH und ist zu einem Drittel am Speicher beteiligt. Uniper Energy Storage GmbH ist für den gesamten technischen Speicherbetrieb zuständig.

Speicherkapazität
Der gesamte Speicher verfügt über ein maximales Arbeitsgasvolumen von 59 Mio. m³(Vn) und einem dafür benötigten Kissengasvolumen von 95,5 Mio. m³ (Vn).

Arbeitsgasvolumen der N‑ERGIE
Das Arbeitsgasvolumen ist der Anteil des im Erdgasuntertagespeicher vorhandenen Gases, der für die Ein- und Ausspeicherung genutzt werden kann. Das anteilige Arbeitsgasvolumen der N‑ERGIE am Speicher beträgt 19,7 Mio. m³ (Vn).

Verfügbare Kapazität
Die verfügbare Speicherkapazität ist die Differenz zwischen dem gesamten, der N‑ERGIE zustehenden Arbeitsgasvolumen und dem internen Bedarf für die nächste Speicherperiode.

Die verfügbare Kapazität wird jährlich jeweils am 1. März an dieser Stelle bekannt gegeben. Fällt der 1. März auf einen Feiertag, Samstag oder Sonntag erfolgt die Bekanntgabe der verfügbaren Kapazität am darauf folgenden Werktag.

Für die Speicherperiode (2018/2019) ist keine verfügbare Speicherkapazität vorhanden.

Beginn und Laufzeit der Speicherung
Der Speicherzugangsvertrag beginnt entsprechend des regulären Beginns der Einspeicherperiode am 1. April eines Jahres um 6.00 Uhr.

Nominierung
Zur Erbringung der vom Speicherkunden kontrahierten Speicherleistung ist über die geplante Nutzung der kontrahierten Speicherleistung, insbesondere der Einspeicher- bzw. Ausspeicherleistung des Speicherkunden, stundengenaue Meldung in MWh/h für jede einzelne Stunde eines jeden Gaswirtschaftstages (Zeitspanne zwischen 6.00 Uhr eines Tages und 6.00 Uhr des folgenden Tages) einschließlich der Gesamttagesnominierung (Nominierung der Stunden- und Tagesmengen) an die N‑ERGIE wie folgt erforderlich:

  • Tagesnominierung
    mit der Aufschlüsselung der auf Tages- bzw. Stundenmenge aufgeschlüsselten Nominierung der zu bewegenden Gasmengen bis spätestens 10.00 Uhr des Vortages.
  • Wochennominierung
    mit der Aufschlüsselung der auf Tages- bzw. Stundenmenge aufgeschlüsselten Nominierung der zu bewegenden Gasmengen bis spätestens zum Donnerstag, 10.00 Uhr, der Vorwoche.
  • Monatsnominierung
    mit der Aufschlüsselung der auf Tages- bzw. Stundenmenge aufgeschlüsselten Nominierung der zu bewegenden Gasmengen bis spätestens zum 15. des Vormonats.

Liegt keine Tages-, Wochen- oder Monatsnominierung vor, so gelten die Werte aus der jeweils zeitlich vorangehenden Nominierung. Werden keine Stundenwerte nominiert, ist von einer gleichmäßigen Ein- und Ausspeisung auszugehen. Der Stundenwert wird aus den nominierten Tageswerten geteilt durch die Anzahl der betroffenen Stunden des betroffenen Tages ermittelt. Die N‑ERGIE bestätigt die Anmeldung des Speicherkunden für den folgenden Tag bis 18.00 Uhr. Erst durch die Bestätigung wird die Anmeldung verbindlich. Eine gleichzeitige Anmeldung von Mengen zur Ein- und Ausspeicherung für die gleiche Stunde ist unzulässig.
Einzelheiten und ggf. Anpassungen des Nominierungsverfahrens, insbesondere Renominierungsmöglichkeiten und zu beachtende Wechselzeiten zwischen Ein- und Ausspeicherung und Aus- und Einspeicherung, werden im Speicherzugangsvertrag festgelegt.

Änderungen von Anmeldungen
Will der Speicherkunde eine Anmeldung ändern, wird die N‑ERGIE sich bemühen, dieser Änderung so schnell wie möglich nachzukommen und die geänderten Erdgasmengen an der Einspeisestelle zu übernehmen. Die N‑ERGIE wird dem Speicherkunden mitteilen, ab welchem Zeitpunkt die N‑ERGIE dieser Änderung nachkommt. Mit dieser Mitteilung wird die Änderung zu dem angegebenen Zeitpunkt verbindlich.

Verfahrensmäßige Behandlung von Speicherzugangsanfragen

Speicherzugangsanfrage
Für die Bearbeitung von Speicherzugangsanfragen und deren sachgerechte Prüfung sind folgende Angaben erforderlich:

  • Speicherkapazität in kwh/h (Arbeitsgasvolumen)
  • Gasbeschaffenheit
  • Ansprechpartner/in beim Speicherinteressenten

Die Anfrage kann über das Speicheranfrageformular erfolgen. Sind die Angaben des Speicherinteressenten nicht vollständig oder nicht ausreichend, wird sich die N‑ERGIE mit dem Speicherinteressenten in Verbindung setzen. Die N‑ERGIE behält sich vor, bei Vertragsabschluss vom Speicherkunden einen Bonitätsnachweis bzw. eine Sicherheit in Form einer Sicherheitsleistung oder einer Bankbürgschaft zu verlangen.

Prüfung von Speicheranfragen
Speicheranfragen werden von der N‑ERGIE umgehend geprüft. Nach Eingang einer vollständigen Speicheranfrage bzw. nach Eingang der letzten durch die N‑ERGIE angeforderten Informationen, wird die N‑ERGIE zeitnah dem Speicherinteressenten schriftlich (dann vorab per Fax) oder per E-Mail mitteilen, ob die Voraussetzungen für die angefragten Speicherleistungen erfüllt sind.
Ist die Prüfung der Voraussetzungen positiv, wird die N‑ERGIE dem Speicherinteressenten umgehend die konkreten Bedingungen für die Durchführung der Speicherleistungen zukommen lassen. Die N‑ERGIE wird bei der Prüfung der Speicherzugangsanfrage insbesondere prüfen, ob freie Speicherkapazität vorhanden ist.

Buchungsverfahren / Vergabeverfahren
Speicheranfragen für die verfügbaren Kapazitäten können ab 1. März eines jeden Jahres an die N‑ERGIE gerichtet werden. Die N‑ERGIE veröffentlicht ebenfalls zum 1. März, ob im Falle einer größeren Nachfrage als das verfügbare Volumen – die Zuteilung für die nächste Periode nach dem Prinzip „first committed first served“ oder nach dem Prinzip eines Auktionsverfahrens erfolgt.
Beim Vergabeverfahren nach dem Prinzip „first committed first served“ wird ein marktgerechter Preis von der N‑ERGIE zugrunde gelegt und veröffentlicht. Wird ein Auktionsverfahren gewählt wird ein marktgerechter Startpreis veröffentlicht.

Die Bekanntgabe des Verfahrens erfolgt unter dem Punkt „Gewähltes Vergabeverfahren“ in Anfrageformular.

Fällt der 1. März auf einen Feiertag, Samstag oder Sonntag erfolgt die Bekanntgabe des Verfahrens am darauf folgenden Werktag. Die Speicherzugangsanfragen werden nach Bekanntgabe des Vergabeverfahrens für einen Zeitraum von fünf Werktagen entgegen genommen.

Speicherservice der N‑ERGIE und Preisstruktur

Unsere marktorientierten Speicherentgelte setzen sich zusammen aus :

Speicherservice
Der Speicherservice der N‑ERGIE umfasst im Wesentlichen folgende Speicherzugangsleistungen:

  • Vorhaltung von Arbeitsgasvolumen
  • Einspeicherleistung
  • Ausspeicherleistung
  • Erbringung von Systemdienstleistungen

Systemdienstleistungen
Die von der N‑ERGIE zu erbringenden Systemdienstleistungen umfassen alle Maßnahmen und Handlungen, die für die Nutzung der vom Speicherkunden kontrahierten Speicherkapazitäten erforderlich sind. Hierzu gehören nachfolgende, nicht abschließend beschriebene Leistungen:

  • Empfang und Bestätigung von Nominierungen und Renominierungen
  • Durchführung der Ein- und Ausspeicherung
  • Messung, Auswertung und Allokation von Ein- und Ausspeichermengen
  • Kontenführung
  • Abrechnung

Abrechnung und Bezahlung
Das Speicherentgelt hat der Speicherkunde entsprechend den einzelvertraglichen Regelungen, monatlich im Voraus nach Rechnungsstellung, auf das im Speicherzugangsvertrag angegebene Konto der N‑ERGIE einzuzahlen.

Grundsätzliche Einschränkungen, Instandhaltungsarbeiten etc.
Die N‑ERGIE ist berechtigt, die Erbringung der Speicherleistungen endgültig oder vorübergehend einzustellen oder zu reduzieren, soweit die N‑ERGIE durch vom Speicherkunden zu vertretende oder diesem zuzurechnende Umstände, insbesondere die Nichteinhaltung der vorstehenden und vertraglichen Regelungen, oder durch Umstände, die die N‑ERGIE nicht zu vertreten hat, nicht unerhebliche Beeinträchtigungen der Speicheranlagen oder ihrer Speicherleistungen, der Rechte Dritter oder der Versorgungssicherheit befürchtet. Erfolgt die Einstellung oder Reduzierung vorübergehend, so wird die N‑ERGIE die Erbringung ihrer Speicherleistungen nach Entfallen des Berechtigungsgrundes umgehend wieder aufnehmen.
Die N‑ERGIE ist berechtigt, ihre Speicherleistungen vorübergehend ganz oder teilweise einzustellen, ohne dass dies zu Entgeltminderungs- oder Leistungserbringungsansprüchen des Speicherkunden führt, wenn dies für Wartungs-, Instandsetzungs-, Instandhaltungs- oder Aus- bzw. Umbaumaßnahmen und Tests des Erdgasuntertagespeichers erforderlich ist. Die N‑ERGIE wird dies dem Speicherkunden rechtzeitig vorher mitteilen, es sei denn, dass eine Mitteilung nicht rechtzeitig erfolgen kann, z.B. bei Gefahr im Verzug. Die N‑ERGIE wird um eine einvernehmliche Terminabstimmung bemüht sein.

Höhere Gewalt
Die N‑ERGIE ist von der Erfüllung ihrer Verpflichtungen entbunden, sofern, soweit und solange sie an der Erfüllung durch höhere Gewalt ganz oder teilweise gehindert ist. Fälle höherer Gewalt sind neben Naturereignissen alle von außen einwirkenden Ereignisse, die auch bei Anwendung größter Sorgfalt nicht vermieden werden können. Streik, Aussperrung, Mobilmachung, die Unmöglichkeit zur Beschaffung von Personal oder Materialien sowie gesetzliche und behördliche Maßnahmen werden einem Fall höherer Gewalt gleichgesetzt. Die N‑ERGIE hat den Vertragspartner über den Eintritt eines Falles höherer Gewalt und seine voraussichtliche Dauer schriftlich zu unterrichten sowie alles ihr Zumutbare zu tun, um den Grund der höheren Gewalt zu beheben und die Erfüllung ihrer Verpflichtungen wieder aufzunehmen.

Sonstige Bestimmungen
Das Zustandekommen eines Vertragsverhältnisses zwischen der N‑ERGIE und dem Speicherkunden setzt den Abschluss eines entsprechenden Speicherzugangsvertrages voraus, in dem weitere Einzelheiten geregelt werden. Die Speicherzugangsbedingungen werden erst durch Einbezugnahme in den Speicherzugangsvertrag verbindlich. Sie stellen weder eine Zusicherung von Eigenschaften noch eine Verpflichtungserklärung der N‑ERGIE dar und begründen keine Grundlage für Ansprüche des Speicherkunden oder eines Dritten. Diese Allgemeinen Speicherbedingungen gelten in ihrer jeweils aktuellen Fassung und können jederzeit von der N‑ERGIE geändert werden.

Das Gas, das vom Speicherkunden an die N‑ERGIE und von der N‑ERGIE an den Speicherkunden übergeben wird, entspricht in seiner Zusammensetzung und seinen brenntechnischen Eigenschaften der 2. Gasfamilie nach dem jeweils gültigen DVGW-Arbeitsblatt G 260.

Die nominale Arbeitsgaskapazität ist der Arbeitsgasanteil der N‑ERGIE im Gemeinschaftsspeicher Eschenfelden. Sie beträgt derzeit 19.666.964 m³ (Vn).