Schulinformation – Projekte & Aktionen
Wirtschaftsschüler beim Stromspaziergang
Die Grünen Engel der städtischen und staatlichen Wirtschaftsschule wurden für ihr Engagement, die Energieeffizienz ihrer Schule zu verbessern, von der N-ERGIE Schulinformation zu einem ausführlichen Sromspaziergang eingeladen. Von der Erzeugung im Wasserkraftwerk Hammer über das Umspannen bis zur Netzleitstelle verfolgten sie so den Weg des Stroms. Hier ihr Bericht.
Es war kalt und es regnete, aber Herr Watzke vom Flusskraftwerk Hammer freute sich darüber. Stopp, wir wollen ja mit unserem Bericht vom „Stromspaziergang“ am Anfang beginnen: Am 12. April um 08:00 Uhr trafen sich die Umweltbeauftragten der Städtischen Wirtschaftsschule Nürnberg, die „Grünen Engel“, mit ihrer Lehrerin Frau Weber im Foyer der Schule. Nachdem alle anwesend waren, stiegen wir in den Bus. Dort wurden wir sehr herzlich von Frau Hahn (N-ERGIE) - unserer Gastgeberin - empfangen. Wir sollten den Weg des Stroms durch die Stadt kennen lernen. Als erstes Ziel steuerten wir das Flusskraftwerk in Hammer an. Es erzeugt über eine Million Kilowattstunden Strom jährlich.
Station 1: Flusskraftwerk Hammer
Im Flusskraftwerk Hammer wurde uns alles sehr ausführlich von Herrn Watzke, dem dortigen Hausherrn, erklärt. Die Schüler/innen lauschten diesen Ausführungen sehr aufmerksam, bis auf einmal Fische in den Wassereinläufen auftauchten. Die meisten Mädchen waren so überrascht, dass sie anfingen zu kreischen. Doch nachdem sich alle beruhigt hatten, erklärte man uns, dass diese Einläufe wichtig sind, denn ohne sie würden die Äste und Blätter, aber auch die Fische in die Turbinen gelangen. Übrigens: Jetzt verstanden wir auch, dass sich Herrn Watzke über Regen freut, denn er ist für das Flusskraftwerk „Energie, die vom Himmel fällt“.
Station 2: Umspannwerk am Hornecker Weg
Die zweite Station war das Umspannwerk am Hornecker Weg. Hier übernahm Herr Waindok die Führung. Als erstes erklärte er uns das Stromnetz und wie der Strom in ganz Nürnberg und Umgebung verteilt wird. Zum Beispiel wissen wir jetzt, dass es 16 Umspannwerke in Nürnberg gibt und diese jeweils 110 000 Volt haben. Von da aus wird der Strom an die Transformatoren weitergeleitet, die den Strom dann auf 20 000 Volt reduzieren. Wenn das geschehen ist, wird der Strom an verschiedene Stationen geleitet, wo er dann auf 400 Volt transformiert wird. Jetzt kann er in die Haushalte geleitet werden. Eine Grafik, die im Gebäude des Hornecker Wegs aushängt, zeigt das Leitungsnetz, das immer engmaschiger wird je niedriger die Voltzahl ist, damit jedes Haus erreicht werden kann. Als uns Herr Waindok die Funktion der Trenner zwischen den Starkstromleitungen demonstrieren wollte, landeten wir mitten in einer Störung, die erst einmal behoben werden musste. Doch schließlich klappte der Versuch doch noch und wir waren echt beeindruckt.
Station 3: Umspannwerk am Rathenauplatz
Unser drittes Ziel war das Umspannwerk am Rathenauplatz. Dies übernimmt die gleichen Aufgaben wie das Umspannwerk am Hornecker Weg - mit der Ausnahme, dass es sich nicht im Freien, sondern in einem Gebäude befindet. Und da war es zur Abwechslung mal richtig schön warm. Der Gruppenleiter nannte uns sogar den richtigen Namen des Umspannwerkes: U29 Wöhrder Tor. Wir wurden durch die verschiedenen Stockwerke geführt. Ganz unten wurde uns die 20-KV-Anlage gezeigt. Hier sieht alles genauso aus wie im Umspannwerk am Hornecker Weg. In der 110 kV Schaltanlage ist ein spezielles Gas enthalten, Schwefelhexafluorid. Es isoliert, so dass die Anlage möglichst klein und mit wenig Abstand zwischen den einzelnen Stromschienen und den dort befindlichen Betriebsmitteln, den Leistungsschaltern und Trennern gebaut werden kann. Herr Waindok erklärte, dass es sehr wichtig ist, den entsprechenden Abstand bei Luftisolierten Anlagen einzuhalten, da der Strom sonst mit einem riesigen Blitz überspringt.
Station 4: Lorenzkirche
Dann kamen wir zu einem kleinen Häuschen an der Lorenzkirche. Wie oft sind wir schon daran vorbeigelaufen, ohne überhaupt zu wissen, was das eigentlich ist? Erst als wir dieses Wetterhäuschen betreten und uns an einen komplizierten Treppenabstieg gewagt hatten, erfuhren wir, dass dies das erste Umspannwerk in Nürnberg war. Begonnen hat das alles 1896. Das damalige Kraftwerk TULLNAU versorgte über ein 2330 Meter langes Kabel das Umspannwerk im ``Wedderhäusla`` mit einer Spannung von 2000 Volt (heute haben wir 20 000V).Mittels eines Transformators wurden daraus 115 Volt erzeugt (heute haben wir 230Volt. Die „Grünen Engel“ und Frau Weber betrachteten ein älteres Bild des Wetterhäuschens. Früher gab es dort noch keinen Drogeriemarkt MÜLLER, sondern ein Schuhgeschäft Namens DUDA. Aber viel interessanter fanden wir die Kabel, die von dort aus in die Häuser, Geschäfte und Kirchen verteilt werden. Da fanden wir dann zum Beilspiel auf einem Kabel die Aufschrift „Lorenzkirche“. Aufgeregt haben wir dann nach weiteren bekannten Gebäuden gesucht.
Station 5: Leitstelle
In der Leitstelle, unser letztes Ziel, wurde uns gezeigt, wie genau dort gearbeitet wird. Allein die Anzahl der Bildschirme erstaunte alle, denn 10 Bildschirme (!), die eine Person überwachen muss, sind nicht gerade wenig. Nach einer Führung durch die Räume zeigt uns dann ein Mitarbeiter, wie er das Umspannwerk am Hornecker Weg auf seinem Bildschirm sieht und wie er per Mausklick die einzelnen Trafos ein- und ausschalten kann. So werden also die Stromnetze gesteuert und überwacht.
Bevor wir von Frau Hahn zu einem leckeren Mittagessen eingeladen wurden, machte die Presse noch ein paar Fotos von uns, den „Grünen Engeln“. Danach ging es leider schon wieder zurück zur Schule.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Hahn, Herrn Waindok und allen Beteiligten für diesen „voll“ interessanten Stromspaziergang.
Von Julia Gallasch, Komal Ahmad, Jennifer Bauer


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