Presse – Mitteilungen

Mittwoch, 24. Februar 2010

Erneuerbare Energien: N-ERGIE investiert rund 36 Mio. € für Biomasse-Heizkraftwerk in Nürnberg

Am 24. Februar 2010 setzten Horst Förther, Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Josef Hasler, Mitglied des Vorstands der N-ERGIE Aktiengesellschaft, sowie Ludwig Geißinger, Geschäftsführer der Kraftanlagen München GmbH, den 1. Spatenstich für ein Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Betriebsgelände der N-ERGIE in Nürnberg-Sandreuth. Die neue Anlage wird auf Basis von Holzhackschnitzeln arbeiten und im Verfahren der umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Strom als auch Fernwärme erzeugen.

Die Umstellung des Heizkraftwerkes Sandreuth von Kohle- auf Erdgasfeuerung im Jahr 2005 hat für Nürnberg einen wesentlichen Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet. Jetzt wird die N-ERGIE dieses gute Ergebnis nochmals verbessern. Durch die Integration des Biomasse-Heizkraftwerkes in das Nürnberger System der Fernwärmeversorgung mit lokaler Stromerzeugung über Kraft-Wärme-Kopplung können nochmals mehr als 28.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Diese Integration ist nach unserem Kenntnisstand das erste System dieser Art in der Bundesrepublik.

Das Biomasse-Heizkraftwerk in Sandreuth wird eine Fernwärmeleistung von rund 14 Megawatt (MW) und eine elektrische Leistung von zirka 6 MW haben. Der Baubeginn ist für August 2010 vorgesehen, bereits rd. ein Jahr später soll die Anlage in Betrieb gehen.

Durch den Einsatz von Holzhackschnitzeln werden zukünftig etwa 82. Mio. Kilowattstunden (kWh) der bisher mit Erdgas erzeugten Wärme ersetzt. Mit dem erzeugten Ökostrom in Höhe von rund 35 Mio. kWh können etwa 10.000 Haushalte versorgt werden.

Im Zuge des Biomasse-Heizkraftwerks schafft die N-ERGIE acht neue Arbeitsplätze.

Ressourcen werden geschont
Das Konzept umfasst die Errichtung einer Brennstofflagerhalle, eines Biomassekessels und einer Dampfturbine im ehemaligen Kohlekraftwerksbereich. Damit steht nicht nur bei der Brennstoffwahl sondern auch bei der Standortwahl das Ziel „Schonung vorhandener Ressourcen“ im Vordergrund.

Bei der neuen Biomasseanlage kommt ausschließlich naturbelassenes Waldhackgut und Holz aus Landschaftspflege in Form von Holzhackschnitzeln zum Einsatz. Die Holzhackschnitzel stammen aus dem näheren Umkreis von 50 Kilometern und werden über die ARTEX International GmbH bezogen. Das Motto „Spürbar näher“ gilt für N-ERGIE auch für den Umweltschutz.

Auch bei der Reinigung der Abgase legt die N-ERGIE großen Wert auf Klimaschutz: Die Anlage wird einen Gewebefilter nutzen, der im Vergleich zu üblichen Elektrofiltern einen noch höheren Abscheidegrad aufweist.

Der Genehmigungsbescheid für die Errichtung und den Betrieb des Biomasse–Heizkraftwerkes wurde von der Regierung von Mittelfranken erteilt.

Projektpartner
Im Dezember 2009 hat die N-ERGIE die Firma Kraftanlagen aus München als Generalunternehmer für das Projekt beauftragt. In ihrer über 50-jährigen Geschichte hat sich die Kraftanlagen München zu einem der führenden europäischen Unternehmen im Rohrleitungs- und Anlagenbau entwickelt.

Weiterer Partner ist die Firma Envi Con aus Nürnberg. Als Engineering-Unternehmen übernimmt die Envi Con die Ingenieurleistung für Planungsbegleitung und Bauüberwachung.

Funktionsweise der Anlage
Der Brennstoff wird mittels LKW am Gelände angeliefert und einer Wareneingangskontrolle und –beprobung unterzogen. Anschließend wird er ins Lager transportiert und dort eingelagert. Förderanlagen transportieren die Hackschnitzel anschließend direkt zum Vorlagebehälter des Biomasse-Kessels.

Die Verbrennung der Holzhackschnitzel lässt das Wasser im Kessel zu Wasserdampf von ca. 480°C werden. Der Dampf wird in einer Heizturbine entspannt, die wiederum einen Generator antreibt, der elektrische Energie erzeugt.

Der erzeugte Strom wird umgespannt und in das Netz der N-ERGIE eingespeist. Die Abwärme aus dem Abdampf gelangt in das Nürnberger Fernwärmenetz. Die Abgase werden über eine freie Abgasröhre des bestehenden etwa 150 Meter hohen Kamins abgeleitet.

Auch bei der Anlagenüberwachung kann die N-ERGIE auf bereits vorhandene Systeme zurückgreifen: Die Warte des Heizkraftwerks wird in Zukunft auch das Biomasse-Heizkraftwerk über das bestehende Prozessleitsystem kontrollieren und steuern.

Zurück zur Übersicht