Presse – Mitteilungen
Dienstag, 25. August 2009
Energieeffizienz mehr als ein Trend im Rechenzentrum
Durch die Umsetzung neuer Strategie-Konzepte ist es der N-ERGIE Aktiengesellschaft gelungen, den Strombedarf für ihre Rechenzentren innerhalb von zwei Jahren um 66 Prozent zu senken. Damit verringert sich der Kohlendioxidausstoß um jährlich rund 3.000 Tonnen.
In den meisten Rechenzentren wird die Kapazitätssteigerung auch heute noch über ein kaum mehr zu kontrollierendes Wachstum der Hardware betrieben. Eine Vielzahl von Servern hält stets die von einer Anwendung maximal benötigte Rechenkapazität vor und ist deshalb stark überdimensioniert. Bei der N-ERGIE betrug die Auslastung ihrer 120 Server mit 240 Prozessoren nur 15 bis 20 Prozent. Pro Jahr verbrauchten diese Prozessoren ca. 750.000 Kilowattstunden (kWh) Strom. Da die kompakte Bauweise der Server viel Wärme erzeugt, war für die Kühlung der Prozessoren noch einmal dieselbe Strommenge erforderlich.
Mitte 2006 unternahm das N-ERGIE Tochterunternehmen itecPlus GmbH mit einer Server-Virtualisierung den ersten Schritt hin zu einem modernen, dynamischen Rechen¬zentrum. Die Rechenprozesse laufen dort in einer virtualisierten Umgebung ab: eine intelligente Steuerungssoftware weist den virtuellen Maschinen genau die reale Prozessorleistung aus einem Pool zu, die benötigt wird. Ist der Arbeitsschritt abgeschlossen, steht diese wieder anderen Rechenprozessen zur Verfügung. Aufgrund dieser Technik konnte die Anzahl der Prozessoren auf 72 gesenkt werden, deren Auslastungsgrad derzeit bei rund 70 Prozent liegt.
Fortsetzung des Umrüstungsprozess hin zu einer „grünen“ Datenverarbeitung
Alle Server der itecPlus verfügen über modernste Prozessor-Technologien. Dadurch benötigen sie erheblich weniger Energie und reduzieren somit den Stromverbrauch pro Jahr und Server um ca. 41.000 kWh. Damit werden pro Rechner 25 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Durch die geringere Leistungsaufnahme erzeugt die neue Rechner-Technologie weniger Abwärme und senkt demzufolge den Klimatisierungsbedarf. Zusätzlich plant die N-ERGIE die Raumtemperatur im Rechenzentrum von derzeit 20 auf 25 Grad zu steigern und die Raumfeuchtigkeit um ca. zehn Prozent zu senken. Bei einer Reduzierung der Kühlkosten um fünf Prozent je Grad Celsius können somit 25 Prozent der Kühlkosten eingespart werden.
Weiter arbeitet die N-ERGIE derzeit daran, auch bei den Endgeräten energieeffizientere Systeme einzuführen, den so genannten Thin Client, den virtuellen Computer.
Ein üblicher PC verbraucht pro Stunde ca. 0,4 kWh. Dies macht für 2.000 Geräte, die an 220 Arbeitstagen acht Stunden in Betrieb sind, rund 1.4 Millionen kWh.
Seit Ende 2007 rüstet die N-ERGIE beginnend mit den Außenstellen in der Region schrittweise ihre Mitarbeiter mit dem virtuellen PC aus. Diese neuen Endgeräte sind nur noch für die Ergebnisdarstellung am Monitor zuständig, während die Verarbeitung bei allen Anwendungen direkt auf einem Server im Rechenzentrum stattfindet. Deshalb benötigen sie nur ein Zehntel des Stromverbrauchs eines Computers.
Bisher sind in den N-ERGIE Außenstellen und bei ausgewählten Pilotkunden bereits 150 dieser virtuellen PCs im Einsatz, die jährlich ca. 75.000 kWh einsparen. Nach der für 2010 geplanten breiteren Einführung des Systems erwartet die N-ERGIE je nach abgelöstem PC-Typ jährlich zwischen 350.000 und 500.000 kWh weniger Stromverbrauch als bisher. 350.000 kWh entsprechen dem Jahresverbrauch von rund 100 Dreipersonenhaushalten.
Bedeutung der IT für die Umwelt
IT-Analysten, wie International Data Corporation (IDC), Gartner oder IBM haben berechnet, dass zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen auf das Konto der IT gehen – dieser Anteil entspricht dem CO2-Ausstoß aller Flugzeuge weltweit. Eine einzige Suchanfrage bei Google verbraucht so viel Strom wie eine Energiesparlampe in einer ganzen Stunde.
Jeder Dollar, der in Computer-Hardware investiert wird, zieht weitere ca. 50 Cent für den Stromverbrauch nach sich. Es lohnt sich deshalb finanziell und für die Umwelt, auf energieeffiziente Systeme umzustellen.
Erstes „Green Data Center“ Deutschlands
Das Rechenzentrum der N-ERGIE wurde im Rahmen der Cebit2009 mit dem Zertifikat „Green Data Center“ der DEKRA Certification GmbH ausgezeichnet. Diese Zertifizierung bestätigt, dass der regionale Energieversorger ein Rechenzentrum betreibt, das energieeffizient, nachhaltig und zukunftsorientiert ist.
