Karriere – Auszubildende
Peter Schwarz und Konstantin Degen, Auszubildende zum Mechatroniker
Ein Tag als Auszubildender zum Mechatroniker bei der N-ERGIE
Früh morgens kamen unsere Ausbilder mit einem Auftrag auf uns zu. Für das neue Multifunktionsmessgerät SIEMENS SENTRON PAC3200 soll eine Haltevorrichtung gebaut werden. Da es sich um ein Messgerät handelt, das in der Regel in Schaltschränken oder in großen Steuerungsanlagen (z.B. im Gas- und Dampf-Heizkraftwerk Sandreuth) verbaut ist, bekamen wir als Mechatroniker den Auftrag, eine Simulationsvorrichtung für die Lehrwerkstatt zu entwickeln, an dem man die Funktionen des Messgeräts kennenlernen kann. Nach einer kurzen Besprechung mit unserem Metallausbilder machten wir uns an die Planung des Projekts.
Da wir als Vorlage nur eine Skizze bekommen hatten, fertigten wir eine technische Zeichnung des Werkstückes an. Anschließend machten wir uns Gedanken wie wir das Board wirtschaftlich fertigen könnten. Hierzu erstellten wir einen Arbeitsplan, in dem alle Werkzeuge und Maschinen vorkommen. Wir entschieden uns für eine 5-achsige computergesteuerte Fräsmaschine, genannt CNC-Fräsmaschine, da wir nicht nur eine einzelne Vorrichtung bauen mussten, sondern fünf.
Also machten wir uns daran, ein Programm für die CNC-Fräsmaschine zu schreiben. Mit Hilfe der technischen Zeichnungen war dies kein Problem. Das Fräsen selbst beanspruchte etwas mehr Zeit, da wir fünf Teile fertigen mussten. Eine CNC-Fräsmaschine wird von einem Computer gesteuert und man muss aufpassen, dass das Programm fehlerfrei abläuft. Nach der Abarbeitung des ersten Teils überprüften wir das Werkstück auf Maßhaltigkeit. Danach brachten wir die fertig gefrästen Bauteile zur betriebseigenen Lackiererei.
Nach dem Lackieren wurden die Teile erneut in die CNC-Fräsmaschine eingespannt. Es mussten noch einige technische Daten auf die Vorrichtung graviert werden. Da das Grundmaterial (PVC) grau und die Lackierung weiß ist, ergab sich nach dem Fräsen ein guter Kontrast zur Schrift.
Nach diesem Arbeitsabschnitt besprachen wir unser weiteres Vorgehen mit den Ausbildern. Zuerst setzten wir das Messgerät in die Halterung ein. Danach setzten wir in die gefrästen Löcher die benötigten Elektronikbauteile ein. Nun da wir mit dem mechanischen Aufbau des Bauteils fertig waren, konnten wir die Bauteile miteinander verdrahten. Die Verdrahtungsarbeiten mussten sehr genau durchgeführt werden, um eine fehlerfreie Funktion des Übungsboards zu gewährleisten.
Anschließend führten wir eine Inbetriebnahme nach VDE 0100 Teil 600 durch und erstellten ein Inbetriebnahmeprotokoll mit den entsprechen Messwerten. Zuvor holten wir uns noch einige Tipps von unserem Elektronikausbilder, der die Verdrahtung zum Schluss auch kontrollierte. Nach den Verdrahtungsarbeiten schraubten wir eine Abdeckung aus Plexiglas auf die Rückseite, die eine Berührung mit elektrischen Komponenten verhindern soll. Zum Schluss hatten wir fünf baugleiche Simulationsboards hergestellt, die nun zum Simulieren realer Bedingungen von Schaltanlagen verwendet werden können.
Wir hoffen dass wir euch mit diesem Bericht einen kleinen Einblick in die Ausbildung eines Mechatronikers bei der Firma N-ERGIE geben konnten.
- Peter Schwarz und Konstantin Degen
